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Die roten Wunder von Prince Edward Island

Die roten Wunder von Prince Edward Island

Die roten Wunder von Prince Edward Island

Prince Edward Island (PEI) im späten September

diese kleine, kanadische Atlantikprovinz hat mich mit ihrer herbstlichen Mischung aus rauer Küstenschönheit und kulinarischem Luxus überrascht und zutiefst beeindruckt. Es ist meine erste Reise hierher, und ich kann jetzt schon sagen: Es wird nicht meine letzte sein. Der September ist eine fantastische Reisezeit; die Hauptsaison klingt ab, das Licht wird weicher, und viele kulinarische Events finden statt.

Die Insel der Kontraste: Natur und Erholung

Die Natur von PEI ist einzigartig, dominiert von den berühmten roten Sandstränden und Klippen, deren Farbe durch Eisenoxid entsteht. Es ist ein Anblick, der sich wohltuend von den weißen Stränden abhebt, die man sonst kennt. Die Strände sind weitläufig und im September wunderbar ruhig – ideal, um das einzigartige Meeresrauschen zu genießen.

Besonders hervorheben möchte ich die intensive Erholung der Natur nach dem Hurrikan Fiona im Jahr 2022. Man sieht an manchen Stellen, insbesondere in den Wäldern, noch die Zeichen der Zerstörung. Aber was mich wirklich beeindruckt hat, ist die Widerstandsfähigkeit der Insel. Der Tourismussektor tut sein Bestes, um die Infrastruktur wiederherzustellen, und die lokale Bevölkerung strahlt einen bewundernswerten Optimismus aus. Man spürt, dass die Natur hier ein geschütztes Gut ist.

Wanderparadiese und Aktivurlaub

Als Wanderer liebe ich gut gepflegte Wanderwege. PEI bietet hier eine hervorragende Auswahl:

  1. Robinsons Island and Brackley Beach: Ein fantastischer Multi-Use Trail, der sich hervorragend zum Wandern und Radfahren eignet. Die flache, gut befestigte Strecke führt über einen Damm zur Robinsons Island. Der Blick auf Brackley Bay und die Dünen ist atemberaubend.

  2. Greenwich Dunes Trail Hike: Dieses Erlebnis ist ein Muss! Der Weg führt durch Felder und Waldabschnitte und gipfelt in einem spektakulären, schwimmenden Holzsteg über ein Teichgebiet, der direkt zu den majestätischen, geschützten Sanddünen und einem unberührten Strand führt. Ein Lehrstück in Sachen Naturschutz.

  3. Cardigan River Trails Hike: Dieser neuere Trail hinter dem Ballplatz von Cardigan ist ideal für Mountainbiker, aber auch Wanderer kommen auf ihre Kosten. Die hügelige, kurvenreiche Strecke bietet großartige Ausblicke auf das Dorf Cardigan und den Cardigan River.

Radtouren sind generell eine fantastische Möglichkeit, die Insel zu erkunden, insbesondere auf dem Confederation Trail, der über die gesamte Insel verläuft. Die sanfte Topografie (abgesehen von den Küstenabschnitten) macht PEI zu einem Radlerparadies. Fahrräder können fast überall gemietet werden.

Für Abenteuerlustige gibt es auch die Möglichkeiten des Hochseefischens. Besonders das Fischen auf Makrele (eine großartige Familienaktivität) sind unvergessliche Erlebnisse, die von verschiedenen Häfen aus angeboten werden. Ich habe das erste Mal gleich 3 Makrelen geangelt.

Must-See Sehenswürdigkeiten: Kultur und Küste

Zwei Orte stechen hervor und gehören in jede Reiseroute:

  1. Anne of Green Gables Heritage House (Cavendish): Als Anne of Green Gables Fan musste ich die Inspiration für L.M. Montgomerys berühmteste Geschichte besuchen. Ich habe alle Bücher als Kind sehr gerne gelesen und davon geträumt einmal in diese schöne Region zu reisen. Träume können wahr werden! Dass historische Haus, umgeben von "Haunted Woods" und der "Lover's Lane", ist liebevoll im Stil des späten 19. Jahrhunderts eingerichtet, so wie es in den Romanen beschrieben wird. Es ist ein charmantes Eintauchen in die Welt der rothaarigen Waise Anne Shirley und zieht Besucher aus aller Welt an. Ein Muss für jeden Fan.

  2. Covehead Lighthouse (Prince Edward Island National Park): Dieses kleine, rotweiß gestrichene Leuchtfeuer am Eingang der Covehead Bay ist zweifellos eines der schönsten Motive der Insel. Es ist ein perfektes Beispiel für das maritime Erbe von PEI und bietet einen spektakulären Blick auf die Dünen und den Ozean. Es ist leicht zugänglich und ideal für Sonnenaufgangsfotos.

Kulinarische Hochgenüsse: Der Geschmack des Atlantiks

PEI ist bekannt als "Canada's Food Island" – und das zu Recht. Die kulinarischen Besonderheiten drehen sich hauptsächlich um fangfrische Meeresfrüchte:

  • Lobster (Hummer): Der PEI-Hummer ist weltberühmt für sein süßes, zartes Fleisch. Im September fällt er in die zweite Fangperiode. Ob im klassischen Lobster Dinner, im "Lobster Roll" oder in der "Lobster Chowder" – ein Hochgenuss.

  • Muscheln (Mussels): Die kultivierten Miesmuscheln von PEI gelten als die besten der Welt. Sie werden hier in großen Mengen gezüchtet.

  • Austern (Oysters): Insbesondere die Malpeque-Austern haben einen legendären Ruf. Frisch aus dem kühlen Atlantik sind sie ein Genuss.

Ich habe hier meine erste Auster gegessen und muss zugeben, dass ich kein Fan davon geworden bin. Dann sind mir Muscheln und Lobster viel lieber. Und auch die Chowder ist ein leckerer „Eintopf“ mit Fisch und Meeresfrüchten.

Ein absolutes Highlight für jeden Gourmet ist das jährlich in Charlottetown stattfindende PEI International Shellfish Festival (meist im September). Dieses viertägige Festival ist eine Hommage an die Schalentiere der Insel mit Wettbewerben (Oyster Shucking, Culinary Competitions) und unzähligen Möglichkeiten, die frischesten Meeresfrüchte zu probieren. Ein Pflichttermin für jeden, der im September auf PEI ist! Wir waren mit dabei beim Oyster Shucking Wettbewerb – ich wusste gar nicht, dass es sowas gibt. Die zwei Rockbands im Anschluss haben auch uns begeistert und wir mitgefeiert – die Kanadier wissen, wie eine gute Party geht !

Die charmante Hauptstadt: Charlottetown

Charlottetown, die Hauptstadt der Insel, ist eine Stadt von historischer Bedeutung und besonderem Charme. Sie ist bekannt als der "Geburtsort der Kanadischen Konföderation", da hier 1864 die Konferenz stattfand, die zur Gründung Kanadas führte.

Sehenswürdigkeiten:

  • Confederation Centre of the Arts: Ein kulturelles Herzstück mit Theater, Kunstgalerie und Museum zur Geschichte der Konföderation.

  • Victoria Row: Eine wunderschöne Kopfsteinpflasterstraße mit historischen Gebäuden, Galerien, Boutiquen und Cafés, die im Sommer für den Verkehr gesperrt ist. Hier gibt’s auch die Speak Easy Bar „Reddins“ (eine Bar aus Prohibitionszeit – und ich kenne das Passwort!)

  • St. Dunstan’s Basilica: Eine imposante katholische Basilika mit gotischer Wiederbelebungsarchitektur, die die Skyline dominiert.

  • Waterfront: Der Hafenbereich ist ideal für Spaziergänge und bietet einen tollen Blick auf die Charlottetown Harbour

Charlottetown ist kompakt und kann leicht zu Fuß erkundet werden. Die Mischung aus historischer Architektur, lebendigen Restaurants und der Nähe zum Wasser macht sie zu einem idealen Ausgangspunkt für die Erkundung der Insel.

Fazit:

Prince Edward Island ist mehr als nur eine Destination; es ist ein Erlebnis für alle Sinne. Die Kombination aus geschützter Natur, aktiven Freizeitmöglichkeiten und einer herausragenden Küche machen es zu einem Juwel im Atlantik. Meine 33 Jahre Berufserfahrung haben mir gezeigt, dass PEI definitiv ein Produkt ist, das ich meinen Kunden mit wärmstem Herzen empfehlen werde – besonders im September.

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Cindy Hoffmann-Rogowski